Was ist eigentlich SHAF („SAP HANA Analytical Foundation“ aka „SAP HANA Live“)?

Die HANA Analytical Foundation (kurz „SHAF“ oder neuerdings auch „SAP HANA Live“) stellt ein Datenmodell, also geeignete Datenbank-Views, im SAP HANA Tabellenform für das Ad-Hoc Reporting direkt aus SAP HANA zur Verfügung. Im so genannten Sidecar-Szenario in welchem HANA (oder BW für HANA) auf einer separaten Maschine installiert wurde und diese Installation ausschließlich als Beschleuniger für die Business Suite dient, für Tabellen, die von der Business Suite repliziert wurden. Für die Business Suite auf HANA als integriertes Szenario. So wird Echtzeit-Reporting ohne Datenübernahme aus den ursprünglichen Tabellen quasi „direkt in der Suite“, bzw. direkt auf den Tabellen der Business Suite möglich. Die SHAF wird die Grundlage für alle kommenden Analytischen Anwendungen der SAP auf Daten der Business Suite sein.
SHAF und SAP BW
SHAF sollte und wird zukünftig als ein Ersatz für einzelne Operational Data Stores in SAP BW zum Einsatz kommen. Die SAP spricht von SHAF „als Ergänzung zur SAP Enterprise Data Warehouse-Anwendung SAP NetWeaver BW“. SHAF allein wird jedoch nicht in der Lage sein ein Enterprise Data Warehouse zu ersetzen. EDW-Systeme bieten hier bspw. in den Bereichen Datenintegration und Harmonisierung, Datenbereinigung oder als langfristiges Unternehmensgedächtnis („Corporate Memory“) eine ganze Reihe von weiterführenden Funktionalitäten.
So ist SHAF am ehesten mit dem im SAP BW ausgelieferten Business Content vergleichbar. Ähnlich wie dieser können auch die SHAF Datenmodelle (bis zu einem gewissen Grad) angepasst und gecustomized werden. Dabei kann man sich den Aufbau der SHAF als vielschichtiges Modell vorstellen. Den inneren Kern darf nur die SAP modifizieren, die folgenden Layer sollten möglichst nur durch Experten verändert und die äußeren Ebenen können und dürfen durch normale Anwendungsbetreuer angepasst oder erweitert werden. Dabei müssen natürlich die Standard SAP best practices auch in SHAF berücksichtigt werden um ungewolltes Überschreiben bei Upgrades oder dem Einspielen von Patches zu verhindern. In der Praxis wird diese Erweiterung deshalb wohl meist in Form von kundeneigenen Views auf das SHAF-Datenmodell durchgeführt werden. Im Einzelnen unterscheidet man in der SHAF zwischen „Query Views“, die dazu bestimmt sind von Endbenutzern für ihre Reporting-Anforderungen verwendet zu werden. „Re-Use-Views“, die Kunden nutzen, um ihre eigenen Query Views erstellen zu können und schließlich „Private Views“, die nicht durch den Kunden geändert werden. Letztere bilden eine Art Abstraktionsschicht für die Datenbank-Tabellen.
In einem Sidecar-Szenario mit BW auf HANA als Beiwagen kann sowohl SHAF die BW Datenmodelle als auch das SAP BW die HANA SHAF Modelle konsumieren.So werden bspw. gemischte Szenarien möglich in denen Echtzeit-Daten in SHAF mit historischen Daten in SAP BW kombiniert werden.

Konsumiert werden können die SHAF-Views (wie alle HANA-Views) über die generischen BI-Clients wie z.B. den SAP Explorer oder SAP BO Analysis. Alternativ ist aber auch die Verwendung als ODATA-Service mit HTML5, unter Verwendung der Bibliothek SAPUI5 möglich. So können optisch ansprechende kundeneigene analytische Anwendung endgeräteunabhängig erstellt werden.

Die SAP HANA Analytical Foundation ist seit Dezember 2012 im RampUp. Derzeit kann man von einer allgemeinen Verfügbarkeit ab dem 9. August 2013 ausgehen. Zu Beginn wird SHAF für einige Bereiche in FI, CO, SD, MM, PP, ME, sowie CRM, SCM, GRC und GTS verfügbar sein.
SHAF und SAP BW Content
Die SAP HANA Analytical Foundation ist in jeder SAP HANA Lizenz bereits enthalten.

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