SAP HANA im RampUp

Am 01.12.verkündete die SAP die allgemeine Verfügbarkeit der High-Performance Analytic Appliance (HANA) auf der TechEd in Bangalore. Damit ist HANA nun im so genannten Ramp-Up. Also in einem Stadium nach Entwicklungsschluss, aber noch vor der allgemeinen Marktfreigabe. Letztere ist für das erste Halbjahr 2011 angekündigt.

Enorme Datenmengen können durch Spalten- statt Zeilen- orientierte Ablage in In-Memory Datenbanken durchforstet und analysiert werden. Klingt toll, ist toll, aber wo ist der Haken? Für wen macht der Einsatz in einem so frühen Stadium bereits Sinn. Nun, für Kunden die bereits auf den SAP BW Accelerator (BWA) gesetzt haben eher nicht. Für SAP Kunden die bisher dagegen noch keinen BWA einsetzen eher ja.

So eine Aussage verlangt natürlich nach einer Begründung. HANA soll nach dem Willen von SAP „die Grundlage für eine neue Generation von Applikationen bilden, die Unternehmen schon bald in die Lage versetzen, große Datenmengen, gleich welcher Herkunft in Echzeit zu verarbeiten“ (offizielle Pressemitteilung der SAP). Vishal Sikka fügt hinzu: „Damit hat SAP den Meilenstein gelegt für ein neues Zeitalter in der Datenanalyse“. Natürlich lassen sich bereits beeindruckende Geschwindigkeiten bei Auswertungen erzielen, das Prinzip funktioniert also. Wie kommen die Daten aber in einen Zustand in dem Sie in Millisekunden analysiert werden können? In der Version 1.0 wird HANA nicht viel mehr sein als der bestehende BWA. Es ist die Basis, also (nur) der erste Schritt auf dem Weg zu einer gemeinsamen In-Memory Datenbank für ERP und BW, operative Systeme und Analysen. Insbesondere die Datenbank der bestehenden Systeme kann (noch) nicht abgelöst werden. Die Daten, bzw. die Indexe darauf liegen Side-by-Side repliziert in einer Art „Data Mart“. Wirklich Spaß machen kann HANA frühestens also mit Version 1.5. in der das (zumindest für das Business Warehouse) anders werden soll. Darauf müssen wir uns aber wohl noch bis wenigstens im ersten Halbjahr 2012 gedulden.

Warum kann es nun aber Sinn machen auf den HANA Zug bereits heute aufzuspringen? Da es sich bei HANA um eine Appliance handelt, also einem Paket aus Soft- und Hardware, ist als entscheidende Frage zu klären was bei einem Upgrade oder Releasewechsel passiert. Man hat uns auf Nachfrage bei IBM versichert, dass die für HANA von IBM entwickelte Hardware auch mit zukünftigen Versionen von HANA klar kommen wird. Daher könne man jetzt die Technik als „verbesserten BWA“ nutzen und perspektivisch damit auch seine Datenbank(en) ablösen.

Das Prinzip Business Warehouse wird dadurch übrigens nicht obsolet, – nur schneller. Auch in Zukunft werden Daten aus unterschiedlichen Systemen extrahiert, aufbereitet, transformiert und berechnet werden müssen. Eine der größten Herausforderungen bei der Analyse von Daten in Echtzeit wird sein Gleiches mit Gleichem zu vergleichen. An dieser Stelle muss ich immer an die unzähligen Definitionen der Kennzahl „Preis“ denken die in so manchem Unternehmen verwendet werden…

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