SAP BW HANA View Generation

Seit der Veröffentlichung von SAP HANA wird über kaum ein SAP Produkt so kontrovers diskutiert wie über das SAP BW. Auch bei FIVE1 haben wir uns schon früh und oft Gedanken darüber gemacht.

Fakt ist, dass das SAP BW auf Basis von SAP HANA als das strategische Produkt der SAP für ein Enterprise Datawarehouse auch in Zukunft gesetzt ist. SAP sieht die Rolle des BW als „Klammer“ um die Datenlayer. Zur so genannten „Orchestrierung“ des Datenmanagements.

Warum ist das so? Warum nutzen so viele Kunden weltweit das SAP BW, obwohl sie nur mit dem Einsatz einer Datenbank in den meisten Fällen wohl auch ans Ziel kommen würden?

SAP liefert zur Anbindung der eigenen ERP-Systeme mit dem SAP BW einen umfangreichen Business Content. Das reicht von vorgedachten Datentypen über Schnittstellen zu Datenquellen bis hin zu ganzen Prozessen. Konzepte wie Zeitabhängigkeit, Währungsumrechnung oder die Behandlung von Bestandsgrößen kommen „out of the box“. Das spart viel Zeit bei der Implementierung. Und nicht zuletzt kostet das SAP BW Kunden der Business Suite in der Regel keine zusätzliche Lizenz.

Eine der größten Stärken des SAP BW war es von jeher Daten nicht mehr in verknüpften Tabellen zu denken, sondern in Datenflüssen. So bleiben auch große Systeme strukturiert und wartbar. SAP BW bietet dazu neben der Technik vor allem auch bewährten Vorgehensmodelle (wie bspw. die Layered Scalable Architecture). Durch die Verknüpfung der Daten mit einer leistungsfähigen Programmiersprache können auch komplexe Anforderungen umgesetzt werden. Durch einen offenen Quellcode ist die Applikationslogik stets nachvollziehbar.

Mit der Einführung von BW für HANA wurde die strikte Trennung von Applikationsserver und Datenbank aufgehoben. Die Interaktion von Applikationsserver und Datenbank wurde (und wird zukünftig) weiter stark optimiert. Das erhöht die Fähigkeit der Software mit Massendaten umzugehen um ein vielfaches.

BW auf HANA erlaubt ab BW 7.40 SP5 nun das Erstellen so genannter gemischter Szenarien. Datenmodelle die direkt in der HANA Datenbank angelegt wurden interagieren mit solchen die im SAP BW modelliert wurden. Die Daten können physikalisch oder virtuell ausgetauscht werden. Die HANA Objekte wie Views oder Analytical Privileges sind in den BW Lifecycle eingebunden. Das bedeutet, dass bei der BW-seitigen Generierung der meisten Infoprovider die HANA-Objekte mitgeneriert werden.

SAP BW HANA mixed-scenariosGemischte Szenarien in BW-on-HANA (Quelle: SAP)

Nicht-BW Applikationen können so gegen ein stabiles Interface programmieren. Struktur und technische Namen bleiben stabil. Beispielsweise können so auch SAP Lumira oder der BO Explorer BW Rohdaten konsumieren.

Bei unserer aktuellen Teilnahme am SAP BW 7.4 SP8 Evaluierungsprogramm haben wir uns insbesondere die Möglichkeit angesehen Datenmodelle die im SAP BW modelliert wurden für die native Verwendung in HANA bereitzustellen.Hier ein einfaches Beispiel:

FIVE1 DSO Classic with HANA view setting FIVE1 DSO Classic with HANA view setting2Achtung! Der Text des Optionsfelds ändert sich. Im linken Bild wird kein HANA View erzeugt (Standardeinstellung), im rechten schon.

FIVE1 DSO Classic with HANA view setting3

Das SAP HANA Paket in welches der externe HANA View deployed wird kann mit Hilfe der Transaktion SPRO eingestellt werden. Hier im Beispiel ist das „system-local.bw.bw2hana“.

FIVE1 SPRO HANA View

Zusätzlich zum HANA View werden auch die korrespondierenden BW Berechtigungen als SAP HANA Privileges repliziert.

FIVE1 DSO Classic with HANA view setting4

Dabei ist zu beachten, dass der System-User _SYS_REPO über die hinreichenden Schema-Berechtigungen („Select with grant“!) verfügt. Diese muss manuell zugewiesen werden und wird über die SAP BW Aktivierung leider nicht automatisch zugewiesen.

Fazit
Die SAP BW on HANA View Generation kann und will die OLAP Engine nicht ersetzen (im Gegenteil wird diese kontinuierlich zum so genannten Analytic Manager weiterentwickelt. Dazu mehr in einem kommenden Blog). Es ist vielmehr eine alternative Zugriffsmethode auf BW Daten. Ideal für das hochperformante Konsumieren von BW gemanagten Datenquellen mit Drittsoftware. Das SAP BW übernimmt in diesem Szenario die Aufgabe für die notwendige Datenqualität zu sorgen. HANA sorgt für die notwendige Geschwindigkeit.

Getagged mit: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*