SAP Business Warehouse 2010

Die Zukäufen der SAP rund um das Kernprodukt SAP NetWeaver BW, allen voran Business Objects konnte bisher keine Glücksgefühle bei Kunden und Anwendern hervorrufen. Zu groß ist (noch immer) die Unsicherheit über den zukünftig richtigen Produkteinsatz und die Auswirkungen auf die eigene IT-Strategie. Der Streit um Wartungs- und Lizenzgebühren waren und sind in diesem Zusammenhang sicherlich kontraproduktiv. Doch lassen wir im Folgenden die finanzielle Seite einmal außen vor und konzentrieren uns auf die technologischen Komponenten.


Das SAP Business Warehouse verfügt zweifelsfrei seit Jahren über ein äußerst solides und leistungsfähiges Back-End System. Multidimensionale Datenstrukturen, stabile ETL-Tools und mit dem ABAP-Stack eine zuverlässige, performante und hochflexible Basis. Die Schwäche der gesamten Plattform war stets das Frontend – und genau hier hat die SAP in den letzten Jahren auch (aber nicht nur) durch Zukäufe aufgeholt. Derzeitiges Problem ist, dass diese zugekauften Komponenten (noch) nicht integriert sind.
Der Report Designer hat bereits für Crystal Reports Platz gemacht. Mit der Integration von Adobe … verfügt das SAP Business Warehouse hier sogar über eine leistungsstarke Alternative. Der Web Application Designer wird sukzessive durch Xcelsius ersetzt werden. Die Geschwindigkeit und Flexibilität mit der mit diesem Tool Dashboards erstellt werden können ist erstaunlich. BEx wird durch Pioneer abgelöst werden. Pioneer ist ein vollständig neues das eine einfache und fortgeschrittene Analysemöglichkeit der OLAP-Datenquellen ermöglichen soll. Erste Präsentationen waren in Walldorf bereits zu bewundern und sahen sehr vielversprechend aus. Pioneer wird auch das BO-seitig existierende Voyager-Produkt ablösen und soll abwärtskompatibel mit BEx Queries und BEx Workbooks sein. Die neuste Generation des Visual Composer (leider nur im Composition Environment verfügbar) in bisher nicht gekannter Stabilität bietet vielfältige Kombinations- und Interaktionsmöglichkeiten verschiedenster SAP Komponenten bis hin zu WebServices und Adobe Flash Komponenten (auch Xcelsius verwendet Flash und kann damit verwendet werden). Mit WebDynpro schließt die SAP diese Lücke auf Seiten des ABAP-Stacks.
SAP BW Kunden könnten endlich das bekommen wonach sie seit vielen Jahren in Walldorf vergeblich gesucht haben: Ein ansprechendes, leicht zu bedienendes User Interface.

Totgesagte leben länger – Der Mehrwert von BW IP als Serviceplattform

Ein Sonderfall stellt die vorwiegend Excel basierte Komponente BO-PC (ehemals Outlooksoft, später SAP BPC, heute Business Objects Planning and Consolidation) dar. Im Gegensatz zu allen vorgenannten Produkten muss BO-PC Daten in das SAP BW zurück schreiben können. Damit müssen weitreichendere Konzepte wie Datensperren oder Berechtigungen beachtet und Datenqualität von Stamm- und Bewegungsdaten gewährleistet, bzw. sogar neu entwickelt werden. Dies stellt die SAP vermutlich zum zweiten mal (nach der Einführung des Release 7.0) vor größere Herausforderungen als erwartet.

Dabei verfügt die SAP mit der Komponente BW-IP im Backend über ein robustes und vollständig integriertes Framework um Daten in das Business Warehouse zurück zu schreiben.

Dieses lässt sich bereits heute ganz hervorragend auch mit anderen Technologien als BEx Queries kombinieren. Im Zuammenspiel mit WebDynpro oder dem Visual Composer können schon jetzt Eingabemasken entwickelt werden die mit dem Look & Feel einer klassischen integrierten Planung nur noch dann etwas gemeinsam haben müssen wenn dies der sinnvollste Ansatz ist. Dieses Grundgerüst einer webbasierten Anwendung lässt sich mühelos erweitern. Für den Anwender nicht mehr sichtbar können Cockpit-typische Elemente bspw. aus Adobe Flash kombiniert werden. Der Datenaustausch mit diesen so genannten Flash-Islands ist in beide Richtungen möglich, so dass eine Eingabe innerhalb einer Flash-Komponente über die BW-IP Schnittstelle in das BW geschrieben werden kann. Eine schöne neue Welt die ohne Premiumpakete und damit ohne zusätzliche Lizenzkosten im SAP BW schon heute verwirklicht werden kann. Gut, dass die SAP die Wartung für BW-IP auf unbestimmte Zeit verlängert hat.

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