SAP BO Design Studio („ZEN“) als Frontend für SAP HANA

SAP BO Design Studio („ZEN“) heisst der jüngste Spross der SAP Business Objects Familie. Als Premium-Nachfolger des BEx Web Application Designers angekündigt waren wir entsprechend gespannt als wir vor einigen Wochen die Beta-Version erstmals testen durften.
Die Installation der ausgelieferten Software verlief dabei reibungslos. Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass der Internet Explorer 9 vorausgesetzt wird. Im BEx-Umfeld, in dem auch wir noch häufig aktiv sind, leider nicht ganz unproblematisch.
ZEN bietet in der ersten Version die Möglichkeit als Datenquelle eine SAP BW Query oder ein HANA View (über ODBC) zu verwenden. Aus Sicht von ZEN macht die Wahl der Datenquelle, wie wir feststellen konnten, kaum einen Unterschied.

Allerdings stellt sich HANA dennoch als die deutlich anspruchsvollere Schnittstelle herraus. Damit Texte, Währungen und Formeln wie gewünscht reagieren ist doch so einiges an Feintuning im HANA-Studio notwendig. Für meinen Test verwende ich ein Calculation View welches die Währungseffekte der Daten eines SAP BW Infocubes in Echtzeit berechnet (für weitere Details hier klicken).

In ZEN kann dann die initiale Sicht noch angepasst werden. Filter, Zeilen- und Spaltendefinition sowie die gängigsten Darstellungsoptionen (Summen, Schlüssel) können definiert werden. Formeln oder spezielle ZEN Variablen gibt es nicht. Bei der Verwendung von HANA-eigenen Variablen reagiert ZEN bisher noch mit einem Dump.

Was mich direkt begeistern konnte war die Tatsache bereits zur Designtime eine vernünftige Vorschau der Daten präsentiert zu bekommen. Kein Erahnen der Datenzellen wie ehemals mit Xcelsius. Überhaupt unterscheiden sich Runtime und Designtime nur unwesentlich voneinander. Auch Hierarchien werden unterstützt. Alles wird in wunderschönem und performantem HTML5 erstellt. Kein Silverlight oder Flash verbauen den Weg auf ein mobiles Endgerät. So werden für Apples iPad sogar zwei spezielle Templates als Vorlage mit ausgeliefert.

Schön gelöst ist auch die Script-Funktionalität die sich über Events ansprechen lässt. So können bspw. über das Start-Event der gesamten Anwendung die Inhalte von Dropdownboxen oder anderer Elemente initialisiert werden. Über das On_Click Event der Dropdownbox kann dann zum Beispiel der Filterwert auf eine Grafik angewandt werden.
Durch Code-Completion und guter Online-Hilfe kein Problem. Es bleibt lediglich zu wünschen, dass in künftigen Versionen auch weitere Events, wie on_mouseover oder on_close unterstützt werden.
Speichern kann man die mit ZEN erstellten Anwendungen entweder lokal oder auf dem BO Server. Die „Übertragung“ auf das iPad mittels qr-Code ist eine nette Spielerei. In Wahrheit wird hier natürlich lediglich die URL zur Anwendung auf das iPad übertragen.

Ist ZEN also das ultimative Tool?

Zum heutigen Zeitpunkt sicher noch nicht. Gerade für Desktop-optimierte Anwendungen schneidet ZEN im direkten Vergleich mit dem BEx Web Application Designer noch immer schlecht ab. Funktionen wie Datenexport, pdf-Druck, Report Report Interface werden erst in künftigen Versionen nachimplementiert. Die in ZEN enthaltenen Grafiktypen sind zwar hübsch, können aber funktional und im Umfang noch nicht mit den Grafiken des WAD konkurrieren. Datenerfassung mit BI-IP oder dem Planning Application Kit (PAK) gibt es nicht vor Ende 2013. Auch Offline Szenarien werden nicht früher unterstützt.
Auch WebI (insbesondere mit BOE 4.0 FP3 und MobI) und XCelsius bieten Stand 2012 einfach mehr.
Quelle: SAP

Welches Potential in ZEN steckt kann man erahnen wenn man einen Blick auf den aktuellen Stand des SAPUI5 wirft (Anmeldung erforderlich). ZEN als SAPUI5-Bedien-Tool steht in Relation zu den Möglichkeiten die sich hier auftun ganz sicher erst am Anfang. Wer also einen Vorgeschmack bekommen möchte wohin die Reise der SAP in Sachen Frontend geht, sollte sich ZEN unbedingt näher anschauen.

Hilfreiche Tutorials für den Einstieg findet man unter: http://scn.sap.com/docs/DOC-30272

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