SAP BI Frontend-Strategie – Warum Sie (k)eine brauchen…

Ein von der SAP im gegenwärtig geführten HANA-Marketing-Feldzug etwas stiefmütterlich behandeltes Thema ist das der Frontend-Tools im BI-Umfeld. Ganz zu Unrecht, denn im Schatten von HANA tat sich hier so einiges. Gerade noch rechtzeitig, denn die Konkurrenz schläft nicht und die Ansprüche der User steigen.
War es vor noch nicht allzulanger Zeit geradezu ein Muß seinem Fachbereich ein Dashboard präsentieren zu können (das häufig den Namen Dashboard nur trug weil es mit dem gleichnamigen SAP Werkzeug erstellt wurde. Siehe auch „SAP Dashboards„), so muss es jetzt vielleicht das Wasserfallchart auf dem iPad sein. Vernünftige Pivot-Tabellen in Excel wären natürlich auch schön – und im Web wollen wir endlich feststehende Spaltenköpfe bei der Datenerfasssung haben. Intuitive Bedienkonzepte sind gefragt, natürlich alles in Echtzeit und der ein oder andere muss seiner Fachabteilung zum Thema Data Mining eine Lösung präsentieren. Alles kein Problem mehr, verspricht der Hersteller. Fūr nahezu jedes Problem wächst doch ein Tool im Business Objects Wald heran, welches mir genau jenen Bedarf erfüllt den ich gerade angehen möchte – und für alle anderen gibt es ja auch noch den guten alten BEx. Wem das noch nicht reicht, der greift zu Insellösungen von Drittanbietern wie Qliktech oder Microstrategy.
Viele Wege führen also nach Rom, doch welcher ist der Beste? Welches Tool löst mir nicht nur das Problem das ich heute habe am besten, sondern welches Tool wird auch unter Berücksichtigung der ein oder anderen Schwäche langfristig am besten von meinen Endusern akzeptiert? Brauche ich eine SAP Frontendstrategie, oder wähle ich doch lieber den Best-of-Breed Ansatz?

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele unserer Kunden im Augenblick die Frage mehr beschäftigt mit welchen Werkzeugen die neuen, schicken Frontends für die Firmeninternen Kunden der IT denn nun erstellt werden sollten als die Möglichkeiten des In-Memory Computing oder die Chancen durch die Cloud.

Das Thema scheint so komplex, dass sogar der Arbeitskreis BI & CPM der DSAG seit Ende des Jahres 2012 eine seither kontinuierlich aktualisierte Frontendempfehlung herausgibt.

Dabei ist doch alles ganz einfach…

Road to HANA - FE

1) Best of Breed nur in Ausnahmefällen wählen
Ihre Wahl sollte nur dann auf einen Drittanbieter fallen, wenn die Anforderung nicht oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand umgesetzt werden kann. Die Erfahrung lehrt, dass scheinbar günstige Alternativen langfristig meist teu(r)er werden. Viele Schnittstellen, hochspezialisierte Berater und Datensilos sind nur einige der Gründe. Die vermeintliche Herstellerunabhängigkeit mündet leicht in einer Abhängigkeit gegenüber vielen Herstellern.

2) BEx bleibt BEx, heisst jetzt nur BO
Für Excel gibt es den Analyzer, für das Web den WAD (WebApplicationDesigner) und zum Drucken den Report Designer. An diesem Konzept hat sich seit (mindestens) 2006 nicht viel geändert. Die neue Version des BEx Analyzer heisst Analysis für Office, der BEx WAD wurde zum BO Design Studio und für alles Druckoptimierte nehme ich statt dem Report Designer nun eben Crystal Reports. Alles andere ist nur nette Spielerei (Lumira) oder wird mittelfristig (Dashboards) oder langfristig (WebI) verschwinden. Die gute Nachricht dabei ist, die SAP hat endlich zugehört und liefert viel von dem was sonst nur versprochen wurde – und das in guter Qualität.

3) „Mobile“ hieß früher einfach „Browser“
Vor nicht allzu langer Zeit schien das Thema der mobilen Anwendung unendlich komplex. Jedes Endgerät kochte sein eigenes Süppchen, sprich für jedes Gerät musste eine andere Anwendung erstellt werden. Durch neue Standards wie HTML5 ist mobil auf dem Laptop, dem Handy oder Tablet kein wirklicher Unterschied mehr. Mit SAP FIORI, einer Sammlung von HTML5 Apps zur mobilen Nutzung bestimmter Geschäftsprozesse zeigt schon heute den Weg.

4) Ein Business Warehouse ist die beste Basis
Egal ob mit oder ohne HANA, direkt im ERP oder Stand-alone. Ein Werkzeug um Unternehmensdaten aus unterschiedlichen Quellen zu konsolidieren, zu harmonisieren und strukturiert bereitzustellen wird auch in Zukunft eine der zentralen Herausforderungen der Unternehmen sein. Die Kunst besteht weniger in der Bedienung des Werkzeugs, sondern vielmehr in der Wahl der richtigen Architektur. Erst durch diese werden aus Daten Informationen, aus Zahlen Inhalte. Mit diesem Ansatz löst man die größten Herausforderungen bereits im Backend, das EDW wird zum echten Single-Point-of-Truth. Wer später komplexe Frontends bauen muss hat schon viel früher die Weichen falsch gestellt.

5) Die wahre Innovation ist nicht die Technik
HANA gilt als die Innovation der SAP der letzten Jahre. Klar, HANA ist schnell. Das allein ist aber noch keine Innovation. HANA ist nur die Plattform, also so etwas wie der Werkzeugkasten zur Umsetzung unterschiedlichster Anforderungen. Dieser bietet mächtige neue Werkzeuge wie die PredictiveAnalyticsLibrary, Fuzzy oder die XS Engine. In Kombination mit der Art der Datenverwaltung eröffnen sich so unzählige Möglichkeiten zur Umsetzung neuer oder verbesserter Geschäftsprozesse. Innovation entsteht aber erst dann, wenn Sie es schaffen diese Möglichkeiten für Ihr Business sinnvoll einzusetzen. Alles andere nennt man Migration. Dazu brauchen Sie Menschen mit Visionen, die aus Betriebswirtschaft und Technik Innovationen erschaffen.

6) Eine Frontendstrategie macht keinen Sinn
Viel zu häufig erleben wir Unternehmen die auf einer in zehn oder mehr Jahren gewachsenen Architektur Wunder im Frontend wirken wollen. Suchen Sie nicht ihr Heil im Frontend. Sie brauchen keine Frontend- oder Backend-, sondern eine BI-Strategie. Nur wer die Herausforderungen ganzheitlich betrachtet wird sein Unternehmen für die Zukunft richtig aufstellen!

Wir sind seit 2010 auf unserer Road to HANA. Auf welchem Weg sind Sie?

Sprechen Sie mit uns. Bei FIVE1 finden Sie die Ansprechpartner die mit Ihnen die passende Roadmap für ihr Unternehmen entwickeln. Wir sind nur einen Klick entfernt.

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