Pushing frontiers of human mankind – Silicon Valley Inspiration Tour – Tag 5

Unfassbar, wie schnell eine Woche vergehen kann. Kaum akklimatisiert, das Jetlagg endgültig im Griff und dann war es das auch schon (fast) wieder. Facebook HQ, Plug and Play (Startup Accelerator), die HP Garage („Birthplace of Silicon Valley) und SLAC (Stanford Linear Accelerator Center) bildeten den Rahmen für den letzten Tag meiner Tour durchs Silicon Valley. Die Gelegenheit die neuen Eindrücke wirklich zu reflektieren, zu sortieren und einzuordnen musste also noch etwas warten.

Auf dem Weg zur Pitch-Session bei Plug and Play nahmen wir einen typischen Touristen Fotostop beim ehemaligen Gebäude von SUN Microsystems mit. Dort ist heute Facebook zu Hause, auf der Rückseite des Unternehmensschilds aber noch der alte Schriftzug des früheren Eigentümers zu lesen. Mark Zuckerberg hatte dies beim Einzug so veranlasst um daran zu erinnern, dass nichts ewig währt. Quasi die Kehrseite der schnellen Erfolge, der unglaublichen Geschwindigkeit die hier herrscht.

Den Rest des Vormittags verbrachten wir als Teilnehmer an etwa 20 Pitch Sessions von Startups vor Investoren im Gebäude von Plug and Play. Darunter auch zwei deutsche Unternehmen, die hier Kontakte zu Unternehmen und Investoren knüpfen und möglicherweise Kapital einsammeln wollen. Plug and Play bezeichnet sich folgerichtig selbst auch als Innovationsplattform. Ziel ist es die besten Startups mit den größten Unternehmen in Kontakt zu bringen und zu fördern. In der zehnjährigen Geschichte hat das Unternehmen so bereits mehr als 2000 Unternehmen gefördert und über 7 Milliarden Dollar an Risikokapital vermittelt. Darunter Unternehmen wir Paypal, Dropbox oder Guardant Health. Plug and Play ist übrigens auch in Deutschland unter dem Pseudonym Startup-Autobahn aktiv.

Beim SLAC handelt es sich um einen Accelerator ganz anderer Art. Ähnlich wie das CERN in Genf wurde SLAC ursprünglich als Teilchenbeschleuniger gebaut. Heute ist dort im Wesentlichen die Linac Coherent Light Source (LCLS) untergebracht, eine Röntgenlaserquelle.
Ihre Impulse sind 80 Femtosekunden lang und können beispielsweise genutzt werden, um atomare und molekulare Vorgänge mit hoher Zeitauflösung sichtbar zu machen. Das Stanford Linear Accelerator Center wird von der Stanford University im Auftrag des U.S. Department of Energy Office of Science betrieben.

Wir trafen dort Uwe Bergmann. Der gebürtige Karlsruher arbeitet am SLAC als Principal Scientist. Uwe war ein fantastischer Führer und konnte uns mit Humor, Leichtigkeit und auf verständliche Art und Weise die Faszination seiner Arbeit vermitteln. Unglaublich fasziniert hat mich bspw die Tatsache, dass die unter Beschuss genommenen Objekte durch die Bestrahlung zwar zerstört werden, aber da dies so unglaublich schnell geschieht, das Objekt trotzdem beobachtet werden kann, bevor dies geschieht.

Der Laser nahm Anfang Oktober 2009 den Betrieb auf und wird noch in diesem Jahr um einen verbesserten Nachfolger ergänzt. LCLS-II wird statt der heute möglichen 120 Pulse pro Sekunde in der Lage sein eine Million Pulse pro Sekunde abzugeben. Dies wird den Forschern ermöglichen bisher unmögliche Beobachtungen zu machen. Vorgänge wie bspw. die Photosynthese könnten so sichtbar gemacht und verstanden werden. Nicht unwahrscheinlich, dass wir dann in der Lage sind Solarzellen mit wesentlich höheren Wirkungsgraden als heute zu entwickeln, oder vielleicht sogar unbegrenzt saubere Energie zu erzeugen. Man stelle sich vor, wie dies unseren Planeten verändern würde…

SLAC bildete wirklich einen wundervollen und würdigen Abschluss einer eindrucksvollen Woche. Hier sind, wie überall im Valley, Leute am Werk, die die Grenzen des möglichen verschieben wollen.

Im nächsten und letzten Teil dieser Blogreihe werde ich die Erkenntnisse meiner Reise noch einmal zusammenfassen und versuchen aus meiner Sicht Implikationen und Handlungsempfehlungen für uns in Deutschland abzuleiten.

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