Nie mehr WebDynpros – Eine Nachlese zum DSAG Jahreskongress 2016

Ein paar Tage sind nun vergangen seit unserem Besuch auf dem DSAG Jahreskongress 2016. Doch ein Eindruck sitzt noch tief: Auf dem Weg zur Business Transformation aus der Steckdose befindet sich eigentlich nur SAP. Der Hersteller ist seinem eigenen Ecosystem in Deutschland davon geeilt.

Warum nimmt man als SAP Partner eigentlich am DSAG Jahreskongress 2016 teil? Networking, get-together, schon immer so gemacht? Vermitteln warum man als Kunde diesen oder jenen Partner wählen sollte wäre vermutlich eine gute Idee. Schwer genug. Das typische SAP Partnerunternehmen hat gar kein Alleinstellungsmerkmal. Es präsentiert keine eigenen Ideen, sondern einfach das Gleiche wie der Hersteller: neue SAP Produkte, SAP Visionen, SAP Folien. Die besseren bringen Implementierungs Know-How mit, die anderen behaupten es einfach. Jeder kann alles – gleich gut oder schlecht. Je nach Marktreife. Manch einer zeigt zusätzlich – oder stattdessen mehr oder weniger kreative Lösungen auf Basis von WebDynpro. Ja wirklich, WebDynpros wohin man schaut. Technologie aus dem Jahr 2003 zur Lösung der Anforderungen im Jahr 2016. Die Community ist technologisch stehen geblieben. Zusammen mit ihren Kunden. Die meisten besuchen einfach die Beratung mit der sie seit vielen Jahren gemeinsam stagnieren – und haben ein paar schöne Tage.

Change, before you have to. Jack Welch

SAP will nicht mehr stehen bleiben. Lange genug hatte man es sich mit seinem ERP gemütlich gemacht. Seit der Vorstellung von HANA im Jahr 2011 befindet sich SAP im kulturellen Umbruch. Zunächst noch innovativ mit großer Rücksicht auf die Bestandskunden hat SAP nun verstanden, dass echte Innovation ohne Disruption nicht funktionieren kann. Diese aus dem Silicon Valley übernommene Haltung fordert Innovationen die das Potential haben bestehende Technologien, Produkte und Dienstleistungen vollständig zu verdrängen. Denn wenn man nicht bereit ist sich selbst überflüssig zu machen, wird es ein anderer tun. Gleichzeitig wird man auf die Lizenzeinnahmen aus dem mittlerweile ungeliebten on-premise-Geschäft noch ein paar Tage angewiesen sein. Investieren wird man dort aber nur noch so viel wie nötig. Eben genau soviel um die Anwender nicht vollends vor den Kopf zu stoßen. SAP will schließlich, daraus hat man nie ein Geheimnis gemacht, mit aller Macht zur Cloud Company werden. Vorkonfigurierte und weniger beratungsintensive Produkte anbieten. Genau so funktioniert digitale Transformation. Ausschalten der bisherigen Zwischenverdiener. Alle die den direkten Kontakt mit dem Kunden nicht zu dessen Vorteil nutzen konnten. Letztlich hat SAP auch nur die Wahl sich selbst zu ersetzen, oder ersetzt zu werden. Wie würden Sie entscheiden?
Den meisten SAP Partnern auf dem Jahreskongress scheint das noch nicht wirklich klar zu sein. Man ist satt und träge geworden. Warum auch? Läuft doch, oder?

Der Innovationsdruck in deutschen Unternehmen ist hoch und wird weiter steigen. Handlungsspielräume für Entwicklungen im Kerngeschäft werden immer kleiner, zusätzlich steigt der globale Wettbewerb. Noch relativ neu ist die Gefahr (und die Chance) welche von neuen Geschäftsmodellen ausgeht. Mit Hilfe von Daten können ganze Wirtschaftszweige ausgeschaltet werden. Amazon positionierte sich zwischen die Verlage und Kunden und verdrängte zuerst den Buch- und nun den Einzelhandel. Netflix hat den direkten Kontakt zu Kunden und kennt deren Vorlieben besser als jedes Filmstudio. Ohne Verivox sähe der Wettbewerb im Strom- und Gasmarkt ganz anders aus.
Noch sehen die Kunden keinen Anlass ihre funktionierenden Systeme durch unausgereifte zu ersetzen. Weil es den großen Vorteil für ihr Geschäft noch nicht gibt. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern. Die Zukunft naht in Riesenschritten und wir sitzen in der ersten Reihe.

SAP Systeme bergen schon heute wahre Datenschätze. Kaum einem Unternehmen ist es gelungen in den letzten Jahrzehnten auch nur annähernd das bestehende Potential auszuschöpfen. Nicht dass das unmöglich wäre, aber das Fehlen von Strategien und Konzepten bei gleichzeitigem Budgetdruck ließ Unternehmen am falschen Ende sparen. Nun werden die Herausforderungen noch um einiges größer. Satte 99,5% aller anfallenden Informationen bleiben bisher ungenutzt. Ein gigantisches Potential und unendliche Möglichkeiten.

Daten sind das „neue Öl“.

Gerade bei den SAP Verantwortlichen in Unternehmen fehlt es leider häufig am Mut Neues zu wagen. SAP-Systeme standen schließlich Jahrzehntelang vor allem für Stabilität. Und hatte man doch einmal etwas gewagt, so war die Software noch nicht so weit, die Beratung schlecht oder der Zeitplan zu eng. In Konsequenz finden Innovationen in vielen Unternehmen hauptsächlich außerhalb des SAP Ecosystems statt.

Wir wollen das ändern. Deshalb bieten wir besonders Entwicklungsintensive Leistungen auch im Co-Innovation Ansatz an. Dafür brauchen wir Partner die den Mut haben etwas zu verändern. Die etwas bewegen wollen und in jeder Herausforderung mehr Chance als Risiko sehen. Den Kopf in den Wolken, aber mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Ehrliche Beratung. Geprägt vom Blick über den Tellerrand. Technik die weiter geht als der SAP Standard. Performante und wunderschöne Frontends.
Das ist mit Arbeit verbunden und erfordert einen langen Atem. Wir machen es trotzdem, weil für uns Innovation kein Marketing-Statement ist. Damit auch Sie Ihrer Fachabteilung sagen können:

Nie wieder WebDynpros!

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