Eine kurze Geschichte der SAP von R/3 bis HANA

Laut Wikipedia ist der Tätigkeitsschwerpunkt der SAP die Entwicklung von Software zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse eines Unternehmens wie Buchführung, Controlling, Vertrieb, Einkauf, Produktion, Lagerhaltung und Personalwesen. Mit der Integration dieser Prozesse in einem gemeinsamen System war man groß geworden. Mit SAP R/3 schaffte man den Schritt aus der Zeit der Großrechner zur nun aufkommenden Client-Server Architektur. Damit setzte man Anfang der 90er Jahre Maßstäbe.

Der Internettrend der späten 90er Jahre wurde verschlafen. Um die Jahrtausendwende musste Hasso Plattner sich gefallen lassen. Ein Glücksfall. Als die New Economy zusammenbrach konnte das der SAP wenig anhaben.

Mit der Markteinführung des SAP NetWeaver 2004 wollte man die technologische Brücke in die Zukunft schlagen. Das Kerngeschäft basierend auf ABAP und das immer wichtiger werdende Online-Geschäft basierend auf Java wurden als offene Plattform verknüpft.

Dass dies kein einfaches Unterfangen war bekamen die Kunden 2006 bei der Veröffentlichung des neuen SAP Business Warehouses auf Basis des NetWeaver zu spüren. Zu viele Verbindungen zwischen ABAP und Java, zu viele Fehlerquellen und ein viel zu früh gewählter Veröffentlichungstermin machten das System nahezu unbrauchbar.

Kurzum, der SAP ging es zu dieser Zeit nicht sehr viel besser als vielen IT-Abteilungen ihrer Kunden. Man kümmerte sich darum die vorhandenen Systeme zum laufen zu bringen oder am laufen zu halten. Für größere Innovationen blieb kaum Zeit, kleinere Versuche scheiterten. Schicke Frontendwerkzeuge entwickelten sowieso die anderen.

Als dann nach jahrelanger Stagnation in Design, Usability und Performance viele Konkurrenten drauf und dran waren den „großen Tanker“ SAP links und rechts zu überholen, musste ein Befreiungsschlag folgen. So wurde das Kredo „Wachsen nur aus eigener Kraft“ über Bord geworfen. 4,8 Milliarden Euro legte SAP für den Zukauf von Business Objects im Jahr 2007 auf den Tisch und bescherte sich so nicht nur neue Kunden, sondern sicherte sich so für die nächsten Jahre die wichtigen Positionen in Gartners Magic Quadrant im wachsenden BI-Markt. 2010 und 2011 korrigierte man Versäumnisse im Mobile, Cloud und Datenbanksegment mit weiteren Milliardenkäufen. Die Analysten waren besänftigt, das Wachstum stimmte wieder und die SAP erkaufte sich ganz nebenbei das vielleicht wertvollste Gut: Zeit.

Zeit sich auf eigene Stärken zu besinnen. Zeit konsequent die eigenen Schwächen zu beseitigen und Zeit wieder echte Innovationen voranzubringen…

Nach außen drang davon zunächst noch kaum etwas. Noch 2009 schrieb bspw. die Zeit, dass das was der SAP fehlt (…) ist eine Vision.

Die Zeit der SAP sollte 2010 kommen. Hasso Plattner liess es sich nicht nehmen in der Keynote zur SAP Hausmesse SAPphire die nächste Evolution nach SAP R/3 zu verkünden. Im „echten Unternehmen 2.0“ sollen operative und analytische Systeme auf einer In-Memory Datenbank miteinander verschmolzen werden.

Das klang in der Theorie vielversprechend. Eine zeitnahe Realisierung schien jedoch äußerst unwahrscheinlich. So kommentierte Larry Ellison, Gründer und CEO von Oracle die Ankündigung der SAP eine In-Memory Datenbank auf den Markt bringen zu wollen als kompletten Unsinn und empfahl der SAP sich lieber weiter mit Buchhaltung zu beschäftigen.

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Doch noch 2010 sollte die Ankündigung Realität werden. Im Dezember war eine erste Version bereits verfügbar.

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