Die Zukunft des SAP BW und der LSA

In diesem Blog möchte ich einen kurzen Ausblick auf die Zukunft des SAP BW und der LSA geben, basierend auf meiner Erfahrung aus dem BW on HANA Ramp-up, der SAP Skills Conference, meiner Erfahrung mit SAP HANA und Gesprächen mit Entwicklern, Produktmanagern der SAP. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dies meine Gedankengänge sind, die eine Zusammenfassung ist von dem was man von der SAP erfährt (bitte stellen Sie sich den obligatorischen Legal Disclaimer der SAP vor) und meiner Interpretation davon auf Basis meiner Erfahrung in diesem Umfeld.

Derzeit hört man immer wieder, dass SAP HANA das SAP BW ersetzen wird, selbst in der SAP Community wird dies sehr hitzig diskutiert. Ich bin dies bezgl. jedoch anderer Meinung. Warum? – Also zum einen wird es nächstes Jahr ein neues BW Release geben – SAP BW 7.40, welches laut Aussagen von SAP Mitarbeitern an der Skills Conference bereits intern entschieden ist. Des Weiteren hat die SAP eine sehr große Installed Base was das SAP BW angeht und die Kunden haben hier auch einiges investiert. Darüber hinaus haben Kunden mit SAP BW on HANA bereits heute die Möglichkeit die Vorteile von HANA zu nutzen und dies beschränkt sich nicht nur auf die bessere Query Performance. In unserem Kunden Ramp-up haben wir die Erfahrung gemacht, dass sich auch die Ladeperformance signifikant steigern lässt und dabei auch die Komplexität reduzieren lässt durch den Abbau der Layer. Dies deckt sich auch mit den Ramp-up Erfahrungen von SAP Consulting, welche an der SAP Skills Conference vorgestellt wurde. Es ist also klar, dass das SAP BW weiter existieren wird, jedoch aber ein Umdenken angesagt ist. Das unser Ansatz für die Migration und Planung, der richtige Weg war bestätigte auch der Vortrag der Enterprise Data Warehouse (EDW) Koryphäe Jürgen Haupt, der sich bereits sehr früh innerhalb der SAP für die Layered Scalable Architecture (LSA) ausgesprochen hat. Er hielt an der Skills Conference einen Vortrag LSA++ indem er auf die Weiterentwicklung der LSA für HANA einging. Im Wesentlichen ist LSA++ die Weiterentwicklung der LSA für SAP BW on HANA. Schwerpunkt dabei ist auch hier die Reduzierung der Layer und Abbau der Komplexität. Vor allem den InfoProvider der Vergangenheit, die oftmals verpönt wurden, weil diese eine schlechte Performance nach sich ziehen, gewinnen in der LSA++ an Bedeutung. Dies sind unter anderem die virtuellen InfoProvider, transient Provider und Composite Provider. Der transient Provider z.B. erlaubt es HANA Content wie z.B. Analytic Views oder Calculation Views als transient Provider einzubinden. Diese können wiederum mit Composite Provider kombiniert werden. Der Vorteil bei diesem Szenario ist, dass man auf Basis dieser Provider BEx Queries entwickeln kann und auf das bereits vorhandene BW Berechtigungskonzepts und den Stammdaten der BW Merkmale wiederzuverwenden. Das BW integriert also die HANA Datenmodelle in das SAP BW und schützt Investitionen wie z.B. die Umsetzung eines ausgeklügelten Berechtigungskonzept im BW indem dieses für die HANA Datenmodelle wiederverwendet werden kann. Dies ist ein weiterer Punkt, der unterstreicht dass das SAP BW Bestand haben wird.

LSA++ für BW on HANA – Virtual Data Marts


Im zukünftigen SAP BW Release soll es auch möglich sein auf die PSA komplett zu verzichten, d.h. man kann z.B. Daten direkt aus dem SAP ERP extrahieren und ohne Umwege in ein DSO des Data Acquisition Layer zu laden. Dies unterstreicht den Trend, dass die Layer und somit auch die Komplexität im SAP BW reduziert werden. Vereinfacht gesagt werden die Daten aus den Quellsystemen 1:1 im Data Acquisition Layer gespeichert und darauf basierend eine logische Sicht auf die Daten modelliert für die Abfragen. Berechnungen wie z.B. Währungseffekte werden mit BW on HANA nicht mehr im Ladeprozess berechnet und persistent abgelegt, sondern zur Laufzeit berechnet. Ändern sich Währungskurse müssen die FX-Effekte nicht neu berechnet werden und im Reporting darauf gewartet werden bis die Berechnungen abgeschlossen sind. Die korrekten Werte stehen sofort nach Korrektur der Währungskurse zur Verfügung. Es ist also naheliegend, dass sich das SAP BW verändern wird, es wird optimiert für die SAP HANA Plattform.

Fazit

Jedoch ist HANA auch nicht die Allzweckwaffe für alle aktuellen Probleme. Aus diesem Grund muss ich an dieser Stelle die Erwartungshaltung ausbremsen, dass HANA „alles“ schneller macht. Wenn man z.B. das Reporting auf Basis traditioneller Datenbanken mit Reporting auf Basis von SAP HANA vergleicht und dann feststellt, dass das Reporting nicht wesentlich schneller ist, dann muss man in einer detaillierten Analyse ermitteln, wo die Zeit verloren wird. Sehr oft hat sich dann herausgestellt, dass ein Großteil der Zeit im Frontend für das Rendering komplexer Berichte verloren ging. In diesem Fall muss man überprüfen, ob man das bestehende Reporting optimieren kann. Als Fazit daraus kann man sicher sagen, dass HANA vieles einfacher und auch schneller macht, aber trotzallem muss man wie bisher darauf achten, dass die Gesamtarchitektur eines Reportingsystems abgestimmt sein muss, d.h. das Backend und Frontend muss optimal auf einander abgestimmt sein um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen.

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