Eine einfache Analytics Cloud Demo mit Geodaten

In diesem Artikel wird eine Analytics Cloud Applikation mit Geodaten erstellt. Um diese erste Demo nachzuvollziehen, wurde ein sogenannter Trial-Account angelegt.

Mit dem Trial-Account gibt Ihnen SAP die Möglichkeit die Cloud-Applikation Analytics 30 Tage zu testen. Natürlich ermöglicht der Trial-Account einem Benutzer nur rudimentäre Funktionen im Gegensatz zu einem Vollzugang (kostenpflichtig). Mit dem Trial-Zugang ist es z.B. nicht möglich auf SAP-BW-Systeme zuzugreifen.

Da ich in letzter Zeit immer wieder von Kunden gefragt wurde, wie gut denn diese neue Analytics Cloud ist und ob man damit auch große Datenmengen verarbeiten kann, ohne dass einem „alles um die Ohren fliegt“, habe ich mich dazu entschlossen im Gegensatz zu allen anderen derzeit gängigen Tutorials und Demos kein kleines Flatfile zu verwenden.

Starten wir also mit dem Anlegen eines Trial-Accounts:

https://www.sapanalytics.cloud/

Bitte rufen Sie die oben angegebene Seite auf und klickt oben rechts auf „Try it free“. Geben Sie ihre Email-Adresse zwei Mal an und wählen Sie aus, ob Sie SAP-Partner sind (im Zweifel nein auswählen). Anschließend erhalten Sie eine Mail, um Ihren Trial-Account zu aktivieren. Bitte den entsprechenden Aktivierungs-Button in der Mail auswählen. In der Folge erhalten Sie eine Bestätigungsmail mit hilfreichen Links zu den von SAP angegebenen Tutorials, Videos usw.

Für das Einloggen im Trial-Account, folgen Sie bitte wieder dem oben angegebenen Link und klicken Sie dieses Mal auf „Log In“ (links neben „Try if free“).

Anschließend Email-Adresse und Passwort angeben und schon kann es losgehen. Wie Sie im ersten Screen seht, hat SAP für Sie schon eine Beispiel-Applikation angelegt. Ich rate sogar dazu mit den Beispielen ein bisschen zu spielen, damit Sie einsehen können welche Analysen und Auswertungen möglich sind. Ich werde allerdings (da es zahlreiche Videos und Tutorials von SAP dazu gibt) hier nicht weiter darauf eingehen. In den meisten gängigen Tutorials starten Sie direkt mit dem Anlegen einer sogenannten Story. Sofern Sie etwas mit Geodaten machen möchten, ist das nicht empfehlenswert. Sie müssen, um mit Geodaten zu arbeiten, zuerst ein Datenmodell anlegen und erst im zweiten Schritt können Sie eine Story für ihre Auswertung erstellen. Bevor wir jedoch mit der Datenmodellierung in SAC (SAP Analytics Cloud) starten können, benötigen wir das Flatfile mit den entsprechenden Geodaten. Für diese Aufbereitung habe ich Microsoft Excel verwendet. Eine entsprechende Durchführung mit einer OpenOffice-Variante sollte einfach anpassbar sein.

Meine Beispiel-Datenset für die Demo können Sie von der Webseite der Worldbank herunterladen. Die Worldbank wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der USA gegründet, um den Wiederaufbau mit Krediten zu organisieren (ein guter Einstieg ist die Wikipedia-Seite: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbank).

Den direkten Link zum Download der CSV-Datei:

https://finances.worldbank.org/api/views/tdwh-3krx/rows.csv

Falls dies nicht funktionieren solltet; besuchen Sie bitte vorher die Stammseite:

https://data.worldbank.org/data-catalog/tdwh-3krx

Und klicken Sie auf den entsprechenden CSV-Link (siehe folg. Screenshot):

Nach dem Download können Sie die Datei innerhalb Ihres Download-Folders wiederfinden (Dateiname: IDA_Statement_Of_Credits_and_Grants_-_Historical_Data.csv).

Innerhalb der angebotenen Daten der Worldbank sind leider keine Geodaten enthalten. Daher müssen wir uns diese auch noch besorgen und im Anschluss beide Datensätze zusammenführen.

Hier die Geodaten, die ich verwendet habe:

https://developers.google.com/public-data/docs/canonical/countries_csv

Google bietet Geodaten für alle Länder dieser Welt an, wobei jedes Land genau einen Längen- und Breitengrad beinhaltet. Wenn euch die eigenständige Erstellung der CSV-Datei zu aufwändig ist, könnt ihr einfach meine vorgefertigte CSV-Datei verwenden:

COUNTRY_COORDv

Im nächsten Schritt benötigen wir ein wenig „Excel-Magic“. Für jeden geübten Controller oder Manager wird das eine leichte Übung. Bitte erstellen Sie eine neue Standard-Excel-Datei (xlsx) mit einem Namen ihrer Wahl. Importieren Sie über den Reiter „Daten“ eine CSV-Datei:

Wählen Sie jetzt die heruntergeladene CSV-Datei der Worldbank aus und importieren Sie die Datei. Da die Datei 140MB groß ist, kann das je nachdem vor welcher Rechenmaschine Sie sitzen entsprechend dauern. Nachdem Sie die Datei importiert haben, speichern Sie die Excel-Datei. Erstellen Sie nun ein neues Blatt in ihrer Excel-Arbeitsmappe:

Und wiederholen Sie den Vorgang (importieren der Daten mit CSV-Datei) in Tabelle 2 mit den Geodaten. Als nächstes werden wir innerhalb von Tabelle 1 zwei neue Spaltenüberschriften anlegen. Gehen Sie also auf das Arbeitsblatt 1 (Tabelle 1) und scrollen Sie ganz nach rechts, bis die erste freie Spalte erscheint. Benennen Sie die Spalte mit der Überschrift Latitude und wiederholen Sie den Vorgang mit einer Spalte Longitude:

Als nächstes kopieren Sie bitte folgende Formel in die erste freie Zeile von Latitude:

=SVERWEIS(D2;Tabelle2!A$2:B$246;2;FALSCH)

Klicken Sie im Anschluss auf den rechte untere Kante von Zelle AE2 bis ein kleines +-Zeichen sichtbar wird. Betätigen Sie die Maus und ziehen Sie in Folge die Maus nach unten bis zum Ende der Tabelle. Excel kopiert nun automatisch die Formel in alle Zellen die Sie markiert haben (u.U. dauert das ein bisschen…). In neueren Excel-Versionen müssen Sie das nach unten ziehen der Formel nicht mehr vornehmen. Excel macht das automatisch. Das erkennen Sie daran, dass Excel in den nächsten Minuten nicht mehr reagiert (hier gibt es leider keine Vorwarnung).

Wiederholen Sie den Vorgang mit der Longitude:

=SVERWEIS(D2;Tabelle2!A$2:C$246;3;FALSCH)

Erläuterung der SVERWEIS-Formel (in Bezug auf Longitude): Wir nehmen aus dem aktuellen Arbeitsplatz die Zelle D2 als Eingabewert (siehe ersten Parameter nach der Klammer). Diesen Eingabewert suchen wir jetzt in Tabelle 2 in der aufgespannten Matrix von A2 bis C246. Wenn wir diesen Wert finden, nehmen wir aus der entsprechenden Zeile genau den Wert aus der dritten Spalte (Longitude) als Ergebniswert und zeigen diesen Wert in der aktuellen Zelle an. Der letzte Parameter „FALSCH“ bedeutet, dass wir exakt den Wert möchten (keine Annäherung).

Im letzten Excel-Schritt müssen wir nur noch das Arbeitsblatt 1 (Tabelle 1) wieder in eine CSV-Datei exportieren (Datei > Exportieren > Dateityp ändern > CSV):

In älteren Excel-Versionen müssen Sie noch den Separator bestimmen (wählen Sie das „;“ Semikolon aus).

Jetzt haben wir ein Flatfile mit Geodaten, das wir innerhalb von SAC importieren können. Falls ihre Session mittlerweile abgelaufen ist, loggen Sie sich neu ein.

Wählen Sie aus dem Dropdown-Menü (links oben) Create > Model aus:

Wählen Sie ihre erstellte CSV-Datei aus und selektieren Sie als CSV Delimter das Semikolon manuell aus.

Nun müssen Sie sich ein wenig in Geduld üben (je nach Internet-/Upload-Anbindung), bis das Flatfile hochgeladen wurde:

Als nächstes (wenn der Upload und der Daten-Import funktioniert hat), wird folgender Screenshot angezeigt:

Der SAP-Support hat mir gegenüber versichert, dass im Cloud-Backend alle Daten zur Bearbeitung vorhanden sind. Lediglich das Frontend (also das was Sie im Browser sehen) ist hier derzeit limitiert:

“The limit right now is 800k rows & 100 columns, it will be extended soon.” @Angabe von SAP-Support

Was auch immer “soon” bedeutet. Letztendlich ist SAC so schlau, dass wir auch nicht alle Daten im Frontend benötigen; was Sie in der Folge noch sehen werden.

Sie müssten nun folgende Ansicht vor sich sehen, um das Datenmodell für ihre App zu erstellen:

Wie Sie erkennen können, hat SAC automatisch festgestellt, ob es sich bei der entsprechenden Spalte um ein Merkmal oder eine Kennzahl handelt. Hier müssen wir keine weiteren Konfigurationen vornehmen.

Als nächstes wählen Sie bitte die Spalte „CountryCode“ und klicken Sie auf der rechten Seite auf „add a Dimension attribute“; wählen Sie „Geo Location“ aus:

Sie erhalten nun folgende Ansicht (automatisch aufbereitet):

Sie erkennen sofort, wenn Sie auf den Fehler (rechts unten) klicken, dass der Datenwert für Äthiopien nicht stimmt:

Klicken Sie nun auf die erste Zelle unter der Überschrift Latitude und anschließen auf das Smart Transformation Symbol:

Schon erhalten Sie die Lösung für das Problem. Wählen Sie einfach den ersten Vorschlag aus und bestätigen Sie die vorgeschlagene Transformationsformel mit einem Enter:

Nun werden alle Werte mit dem richtigen Wert ersetzt (dauert ein paar Sekunden).

Leider werden auf der rechten Bildseite immer noch Fehler angezeigt:

Anscheinend hat bei unserer Excel-Magic in insgesamt 116 Zeilen nicht alles funktioniert. Da uns jedoch die 116 Zielen (in Anbetracht der gesamten Datenmenge) vernachlässigbar klein erscheinen, werden wir aus den entsprechenden Zeilen einfach das „#NV“ rausnehmen. Hierzu klicken Sie wieder die Fehlermeldung an:

Sie erhalten wieder (schön aufbereitet) alle Treffer im Frontend:

Jetzt klicken Sie wieder auf das Smart Transformation Symbol und wählen Sie „Replace Value with …“ aus:

Entfernen Sie den vorgeschlagenen Wert in der Selektionszeile und bestätigen Sie mit Enter:

Wiederholen Sie den Vorgang für Longitude (das geht natürlich auch in einer Formel).

Es sollte jetzt auf der rechten Seite so aussehen:

Super, wir haben keinen Fehler mehr im Datenmodell und können uns nun der nächsten Aufgabe widmen.

Um innerhalb unserer App einen sogenannte Drill-Down zu gewährleisten müssen wir noch Hierarchien und Schlüssel- und Wertefelder definieren. Klicken Sie dafür wieder auf die Spalte CountryCode und wählen Sie „Description“ aus:

Wählen Sie gleich die „Suggestion“ aus. Sie sehen, SAC weiß genau was sich machen möchten:

Jetzt sollten Sie wieder eine Fehlermeldung erhalten. Wie im echten Leben haben wir Fehler in unseren Bewegungsdaten. Offensichtlich gibt es zwei verschiedene Schreibweisen von Mazedonien:

Wählen Sie wieder das Smart Trans. Symbol und wählen Sie gleich den ersten Eintrag:

Bestätigen Sie wieder die ausgewählte Formel mit Enter:

Da wir nun ein wenig misstrauisch geworden sind, klicken wir noch einmal auf „Validate Data“ unten rechts:

Und wie wir sehen, wird jetzt ein weiterer Fehler angezeigt:

Bei Cape Verde (Capo Verde) liegt wohl ein klassischer „Typo“ vor. Beseitigen Sie den Fehler analog zur Vorgehensweise oben.

Die Vermutung liegt nahe, dass die automatische Validierung natürlich nur mit Daten erfolgt, die im Frontend (Browser) geladen wurden. Letztendlich können wir das aber immer ganzheitlich manuell anstoßen.

Wählen Sie nochmals die Spalte CountryCode aus und definieren Sie einen „Vater“ für diese Spalte:

Jetzt „Region“ auswählen:

Hiermit ist die Definition einer einfachen Hierarchie auch schon erledigt. Sie können nun noch einmal „Validate Data“ anklicken, um final sicher zu sein, dass kein weiterer Fehler vorliegt.

Anschließend sind wir nun soweit, dass wir das Datenmodell (im Backend) erstellen können. Dafür klicken Sie bitte auf Create Model (unten rechts):

Nun erhalten Sie folgendes Popup:

Achtung: Ab hier gibt es keinen Weg mehr zurück in der Trial-Version. Jegliche weitere Bearbeitung des Datenmodells ist danach nicht mehr möglich (leider). Wenn Sie z.B. weitere Hierarchien anlegen möchten, müssen Sie das vor der Datenmodellerstellung machen.

Während Sie im Frontend schon weiter arbeiten können, arbeitet das Backend noch (soll wohl folgende Meldung bedeuten):

Daher sehen Sie unter Home > Browse > Model primär folgendes:

Sobald das Datenmodell fertig ist, wird es blau dargestellt:

Nach dem Daten modellieren können wir uns der graphischen Aufbereitung widmen. Erstellen Sie hierfür eine neue Story. Klicken Sie oben links auf folg. Symbol:

Danach auf Create > Story. Sie erhalten folgende Darstellung:

Danach Existing Data auswählen:

Selektieren Sie nun in der Dropdown-Liste ihr erstelltes Datenmodell:

Nun erscheint die Data Exploration View:

Selektieren Sie in der Folge alle Merkamale und bestätigen Sie mit Enter:

Es werden Ihnen nun alle Kennzahlen (in der ersten linken Spalte) und alle Merkmale (in den Spalten rechts der Kennzahlen) angezeigt. Scrollen Sie in der Kennzahlenspalte ein wenig runter und selektieren Sie die „Borrower‘s Obligation“:

Selektieren Sie zusätzlich die Spalte „CountryCode“:

SAC zeigt Ihnen nun automatisch ein geeignetes Diagramm an (darunter). Dieses Diagramm können Sie jetzt einfach als erstes Diagramm in ihre Story verschieben. Hierfür (mitte rechts) folgende Dropdonw-Liste anklicken:

Daraufhin wird das Diagramm automatisch in der Story publiziert und ihnen in selbiger angezeigt:

Wenn Sie nun einen Balken auswählen und auf folgendes Symbol klicken:

Erhalten Sie den Drill-Down von Afrika (also alle Länder von Afrika):

Als nächstes möchten wir die Karte in die Page 1 einfügen:

Sobald die Karte angezeigt wird bitte rechts eine Layer definieren:

Danach ihre definierte(s) Datenquelle/-modell (Data Source) angeben:

Layer Type, Location Dimension und Kennzahl „Borrower’s Obligation“ definieren (siehe folgenden Screenshot):

Im letzten Schritt möchten wir noch, dass unsere Selektion des Balkendiagramms in der Karte übernommen wird. Dafür wählen Sie bitte das Balkendiagramm (als Ganzes) aus. Und selektieren Sie in der oberen Palette folgendes Symbol:

Bitte rechts folgende Konfiguration übernehmen:

Nun haben Sie ein Balkendiagramm mit Drill-Down als Filter für die Graphik in der Weltkarte. Es sollte nun folgendermaßen aussehen:

Und mit Drill-Down Afrika:

Sie können nun die Story speichern (Speichern-Symbol) und einen entsprechenden Namen angeben:

An dieser Stelle sind wir am Ende angekommen. Sie können auf Basis dieser Daten viele weitere Analysen und Auswertungen in weiteren Pages der Story oder weiteren Stories anlegen. Bitte beachten Sie, dass Sie mit dem Trial-Account nur wenig Speicher zur Verfügung gestellt bekommen. Ggfs. müssen Sie Stories löschen. Wenn Sie möchten können Sie mir gerne weitere Screenshots von Reports in diesen Blog posten. Ich bin gespannt auf ihre Auswertungen.

Als Hinweis wollte ich Ihnen noch mitgeben, dass Sie mit der Vollversion von SAC weitaus mehr Möglichkeiten haben. Diese Anleitung habe ich jedoch mit Absicht so erstellt, dass es mit einem Trial-Account (ohne jegliche Investitionen) durchgeführt werden kann.

Falls Sie Fragen, Anregungen oder den Bedarf nach einer SAC-Integration in ihrem Unternehmen haben, können Sie mich gerne jederzeit kontaktieren. Ich bin gespannt auf ihre „Story“.

Peter Stürzel
peter.stuerzel@five1.de

Getagged mit: , , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*